Alltagsmanager im Hausgemeinschafts-Konzept

Seit 2012 gibt es im Bundesland Salzburg konkrete Bestrebungen, Seniorenheime in Hausgemeinschaften umzustrukturieren. Hausgemeinschaften sind kleine, überschaubare Wohnstrukturen für (pflegebedürftige) ältere Menschen (Prucher, 2013). Der Grundgedanke ist einfach: Damit die pflegebedürftigen Senioren eines Ortes individueller und aktivierender als in Seniorenheimen leben können, werden sie in kleine Wohngruppen von 8 - 12 Personen zusammengeführt. In jeder Hausgemeinschaft spielt sich das Leben vor allem im Gemeinschaftsraum ab, der wie eine Wohnküche gestaltet ist.

Eine neue Berufsgruppe, die AlltagsmanagerIn (AM), wurde kreiert und ausgebildet. Seit Beginn an darf ich als Lehrgangsleitung gemeinsam mit mehreren Referenten die Gruppen bis zum Abschluss der Ausbildung führen. Am BFI in Salzburg wurde im Mai 2017 der vierte Lehrgang für Alltagsmanager für das Bundesland Salzburg abgeschlossen. „Die AlltagsmanagerInnen sind der Mittelpunkt der Hausgemeinschaft und übernehmen neben hauswirtschaftlichen Tätigkeiten die soziale Betreuung und die Tagesstrukturierung“ (Prucher, 2013, S. 28).
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Eine Alltagsmanagerin betreut die Wohngruppe als sog. Präsenzdienst. Zur fachpflegerischen Betreuung braucht es wie bisher diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegepersonen und Pflegeassistenten. Eine neue Form der Zusammenarbeit von Pflege und AlltagsmanagerInnen ist notwendig geworden. Unser dem Aspekt, Alltagsmanager(in) AM und DGKP arbeiten mit demselben Ziel, der optimalen Betreuung der Haus- oder Wohngemeinschaft zusammen, auch wenn die beiden Berufsgruppen verschiedene Schwerpunkte und Aufgaben haben.
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  • Die AM ist für die soziale und hauswirtschaftliche Betreuung ausgebildet, übernimmt also die Gestaltung des Alltags mit hauswirtschaftlichen Tätigkeiten wie Kochen, Wäsche reinigen, Bügeln, Tagesstrukturierung und Beschäftigungsangeboten für die Bewohner. Das Ziel ist, dass Bewohner der Hausgemeinschaft in die Tätigkeiten eingebunden werden und so aktiver am Leben teilnehmen können.
  • Die DGPK und die PA sind für die gesundheitliche und pflegerische Betreuung von Menschen ausgebildet, wie es dem Berufsbild entspricht.

Zusammenfassend kann gesagt werden: Das Pflegepersonal konzentriert sich auf jene Aufgaben, für die es ausgebildet ist, und die hauswirtschaftlichen Tätigkeiten werden von den AM ausgeführt. Eine tolle Chance für alte Menschen, für die Berufsgruppe der Pflegenden und für die neue Berufsgruppe Alltagsmanager.

Seit zwei Jahrgängen kann ich in die Ausbildungen Junglehrer, die im Studium zum Pflegelehrer sind, integrieren. Der Vorteil: Pflegepersonen lernen die Inhalte und die wertvolle Tätigkeit einer neuen Berufsgruppe kennen.