Späte Akzeptanz

Wie Interessierte aus meinen Publikationen entnehmen können, bemühe ich mich seit 1984 um einen Beitrag zur Veränderung der Altenpflege leisten zu können. Eigentlich darum, dass alte Menschen, wo immer sie leben verstanden werden und ihre psychischen Bedürfnisse gestillt werden. Das heißt, alte Menschen brauchen nicht nur die Gewährleistung der guten medizinischen Versorgung, sondern auch den besonders sensiblen ganzheitlichen Zugang aller Begleiter.

So fing ich 1984 an, neue Wege zu gehen. Im Nachhinein muss ich erkennen, die 80-er Jahre waren zu früh für meine Ideen. Sie waren für die Gruppe der Pflegenden zu revolutionär. Trotzdem wollte ich alle Chancen ausschöpfen, damit Menschen im Krankenhaus ausreichend aktiv gehalten werden, um nach Hause entlassen werden zu können. Dazu muss die Autonomie sehr sorgfältig überdacht werden und die pflegerischen Interventionen genauestens analysiert sein.

Die ersten Erfolge stellten sich ein, indem Menschen, die nach St. Veit kommen, um auf einen Pflegeplatz zu warten, nach Hause entlassen werden konnten. Nach den ersten Erfolgen wusste ich, ich bin am richtigen Weg. Als Pflegepersonen haben wir viele Chance den Menschen zur Rehabilitation und zur Entlassung nach Hause zu verhelfen. Der Weg dazu führte über die Umgestaltung des Krankenhausalltags. Zu meiner Freude waren die Ärzte für unsere Ideen zu gewinnen. Die Angehörigen waren mit den Hochaltrigen sehr dankbar.

Die schwierigste Gruppe für den neuen Weg war die Berufsgruppe der Pflegenden. Sie konnten sich nicht immer für die vorgeschlagenen Ideen begeistern. Trotz sage ich DANKE allen, die damals sich mit mir auf dem Weg gemacht haben. Durch unsere Erfolge an unserer Abteilung bekam ich Einladungen unsere Station und Ideen in anderen Krankenhäusern, in Schulen und in Senioreneinrichtungen vor zustellen.
Image Als ich ab 1989 nebenberuflich in der Gesundheits- und Krankenpflegeschule unterrichten durfte und die ersten interessierten Schüler zu uns auf die Station zum Praktikum wollten, spürte ich, jetzt habe ich gewonnen. Ich blieb bis 1998 auf dieser Station, auf der ich die ersten Schritte meines späteren IPK versuchen durfte. Jetzt ist es soweit, dass viele meine IPK-Ideen anwenden. Mitarbeiter von Heimen, Krankenhäusern, Geriatrien, Gerontopsychiatrien und der Hauskrankenpflege wenden das gelernte Wissen an.

Eine große Ehre für mich: Kürzlich brach sich eine 96-jährige alte Dame, die ich seit sieben Jahren begleiten darf, den Oberschenkelhals und wurde operiert. Die Unfallabteilung im Krankenhaus Schwarzach übernahm die Dame und betreut sie bestens nach der IPK-Diagnostik. Mit Stolz erfüllte mich das Informationsplakat zum IPK. So können anfangs kritisch gesehene Ideen doch zu späten Ehren gelangen!